Weinfest 2005

20.000 Besucher beim Weinfest Voller Erfolg, aber Zukunft ungewiss

LINZ. Guten Wein gab es auch heuer wieder bei "Wein & Kunst" in der Altstadt zu verkosten. Die gute Stimmung wurde dagegen durch ein Gerücht etwas gedrückt: Es könnte das letzte Mal gewesen sein. Die Initiatorin kämpft ums finanzielle Überleben.

Nur vereinzelt herumliegende Korken erinnern am Montag noch an das Fest, das rund 20.000 Besucher in die ansonsten immer schwächer besuchte Altstadt gelockt und ihr neues Leben eingehaucht hat.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt die "s'Kistl"-Wirtin und Weinfest-Erfinderin Regina Holfeld-Weitlof auf die vergangenen Tage. Ja, das Fest war ein voller Erfolg, die Stimmung ausgelassen. Und trotzdem denkt sie ans Aufhören.

Gerüchteweise hat sich das schon während des Festes von Theke zu Theke durchgesprochen. Aus, vorbei. Das letzte Mal soll es gewesen sein. Nicht wenige nahmen das zum Anlass, das beliebte Fest und die angebotenen Weine noch mal so richtig auszukosten. Könnte ja sein, dass wirklich etwas dran ist an dem Gerücht.

"Ja, es stimmt", sagt "s'Kistl"-Wirtin Regina Holfeld-Weitlof. Wegen der Absiedelung der Landesregierung hat sie einen Geschäftsrückgang von etwa 50 Prozent zu verkraften. Ihre Zukunft als Altstadtwirtin und damit die des mittlerweile zur Institution gewordenen Weinfestes ist damit mehr als ungewiss (siehe Interview).

Das bedauerten an den lauen Sommerabenden nicht nur Besucher und Winzer, die immer wieder gern nach Linz kommen, sondern auch Geschäftsleute in der Altstadt.

Bedauern in der Altstadt

"Das Fest ist eine wirklich gelungene Veranstaltung - auch für uns Geschäftsleute", sagt Andrea Berger. "Es wäre wirklich schade, wenn es das nicht mehr geben sollte." Die 42-jährige Trafikantin hat für die drei "Wein & Kunst"-Abende extra um Sondergenehmigung für längere Öffnungszeiten angesucht. Und profitiert: "Wir hatten offen bis 21.30 Uhr, das Geschäft ist gut gegangen - wegen des Weinfestes", sagt Berger.

Gut gegangen sind auch die Knoblauchstangerl im Restaurant Paa. 2400 Stück hat man an die Weinliebhaber gebracht. "Und wir haben fast unseren ganzen Wein verkauft", sagt Oberkellner Daniel Strauch stolz, während er die letzten Reste beseitigt.

Am Magistrat macht man sich bereits Gedanken über den Publikumsmagneten. "Ich habe noch nicht persönlich gesprochen mit der Wirtin, aber wir werden natürlich schauen, dass Wein & Kunst beibehalten wird", sagt Stadträtin Susanne Wegscheider (VP). Wie man die Institution retten will, ist allerdings noch nicht klar: "Es wird sicher Gespräche geben müssen. Aber ich bin zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird."

OÖnachrichten vom 06.09.2005