Dort, wohin wir gehen
(Der Standard - Rondo 04 07
2003)
Vegetarisches Essen muss sich nicht zwangsläufig um Kreationen wie Tofu-Bratwurst oder Seitan-Schnitzel drehen, wie einem im Linzer "p´aa" eindrucksvoll vor Augen geführt wird.
Vegetarier sein und zugleich gewisse
geschmackliche wie ästhetische Ansprüche an seine
Mahlzeiten zu stellen, ist in Österreich ein hartes Los:
Heimische Koch-Ausbildungsstätten verfügen für so
einen Fall nämlich gerade einmal über zwei Gerichte,
und zwar die berüchtigte Salatplatte mit Ei, seit jeher ein
Refugium für allerlei säuerlichs Dosen-Gewächs,
sowie die Eiernockeln mit grünem Salat.
Okay, das ist halt so, und man muss irgendwie akzeptieren, dass
unsere kulinarische Leitkultur nun einmal eine der Carnivoren
ist, mit besonderer Betonung der Zubereitung und des Verzehrs von
Schwein. Was sich in Folge auch auf das Programm vieler
vegetarischer Restaurants in Österreich auswirkt, deren
Speisekarten nämlich mit Hamburgerrn, Schnitzeln und
Würsteln wohl gefüllt sind, alles halt aus Surrogaten
gebastelt, und alles halt an der Idee einer erfreulichen
fleischlosen Ernährung einigermaßen vorbei.
Dass das aber keineswegs Schicksal sein muss, beweisen Hannes
Braun und Marco Sander mit ihrem neuen "p'aa" in der Linzer
Altstadt. Beide haben in der "fleischigen" Gastronomie gelernt,
für Braun war der respektlose Umgang mit dem toten Tier dann
aber das ausschlaggebende Moment, nur noch vegetarisch zu kochen,
und auch Marco Sander beschloss für sich, dass die Art der
Gastonomie, die er da täglich zu verabreichen hatte, mit
seinen Vorstellungen nur mehr wenig übereinstimmten. Mit
seinem "Café Paradiso" definierte Braun die Linzer
Veggie-Szene, die heute aus zwei Restautants vesteht, jedenfalls
einigermaßen.
Mit dem "p'aa" machte man eine ganze Menge richtig, das
stimmungsvolle Gewölbe wurde von Designer Horst Fischer
in natürliche Farben und Stoffe gehüllt, für den
Namen stöberte man in der Bibliothek nach "schönen
Worten", erzählt Sander, und das tibetanische Wort für
"dorthin" hätte es irgendwie am besten getroffen. Dass nur
tibetanisch gekocht wird, heißt das freilich nicht,
vielmehr ließ man sich bei der Zusammenstellung der Karte
von so ziemlich allen Küchen der Welt inspirieren,
nordafrikanisch, japanisch, indisch, mediterran. Und vom
mauracher-Eder_Bäcker aus Sarleinsbach, der für das
"p'aa" nämlich ein Brot bäckt, wie man es in
Österreich kaum jemals zuvor verkostet hat, ein frischer
flaumiger Curry-Nusskuchen, einfach wunderbar.
Dass es die folgenden Gerichte dann nicht leicht haben, ist klar:
Tabouleh mit gegrillten Melanzanischeiben, sehr rauchig,, sehr
intensiv, von frischen Kräutern und Zitrone gut durchzogen
(€ 8), Artischockenherzen mit Paprika-Schoten, hübsch
anzuschauen, beides Tadellos, aber leider Konserve (€ 8,50),
gegrillte Riesenravioli mit einer Fülle, die ein bisschen an
Hamsterfutter erinnert, auf buntem Blattsalat (€ 8,50). Bei
den mit Feta gefüllten Paprikaschoten hatte man den Salat
dann wieder, die Fritten waren misslungen, die Paprika okay
(€ 10), auch der brave Ziegenkäsefladen bot den
mittlerweile gut bekannten Firlefanz-Salat (€ 10), das
würzige Mango-Thai-Curry mit falschem Huhn erwies sich als
das aufregendste Hauptgericht des Angebots (€ 11,50).
Die Ausgangsbasis des "p'aa" ist wirklich vielversprechend. Der
Eindruck, dass in der Küche aber mit den immer selben
Komponenten jongliert wird und die Gerichte daher etwas
indifferent ausfallen, ist allerdings etwas desillusionierend,
vor allem bei den verlangten Preisen. Dennoch eine erfreuliche
Alternative, die auch gerne gewählt wird.
Vom Hühnchen, das eigentlich gar keines
ist
(Linzer Rundschau Korrekt,
Genuss-Specht 30 01 2003)
Gesund genießen / Hannes Braun kommt nichts in den Topf, was Augen hat
"Seien sie beim Essen gehen ruhig anspruchsvoll und geben Sie sich nicht mit einem 'es war in Ordnung' zufrieden", sagt Hannes Braun vom vegetarischen Restaurant p'aa in der Linzer Altstadt. Dort räumt er mit dem Gerücht auf, dass fleischlos genießen ein Widerspruch in sich sei.
Nur gesund wäre zu wenig
Was seine Küche verlässt macht
doppelt Freude: Zuerst beim Verspeisen - Braun versteht es mit
allem, was in Gottes Garten wächst, die Sinne zu
mobilisieren. Danach stellt sich ein Wohlgefühl ein, weil
man sicher sein kann, dass kein Kälbchen den Kopf hinhalten
musste und sich keine öligen Pommes nach dem Vergnügen
ungünstig in der Hüftgegend ansammeln werden. "Das
Wichtigste ist immer noch, dass das Essen schmeckt. Weil nur
gesund, das wär' mir zu wenig", weiß Braun.
Er beherrscht die (Koch-)Kunst des Schummelns: Sein
Grünkern-Sugo über den Steinpilzravioli lässt
einen schwören, dass man es mit Faschiertem zu tun hat und
die Sesam Chicken Pasta in Ananas-Kapern-Senfsauce hat nie ein
Huhn gesehen, obwohl sie es geschmacklich vorgibt. Von den
Zutaten hingegen verlangt Hannes Braun absolute Ehrlichkeit. Ein
Salat, der meist nur die farbige Unterlage für Marinaden
ist, muss bei ihm auch wirklich schmecken wie "ein
anständiger Salat". Und im Sommer würden seine
Gäste vom Geschmack der reifen Tomaten "erschlagen",
erzählt Braun.
Die vielzitierte Ausrede, dass fleischlose Küche auch
geschmacklos ist, habe ihren Ursprung in lieblosen
Fertiggerichten wie Karfiol-Käselaibchen und ähnlichen
kulinarischen Garstigkeiten, weiß Braun. Und dagegen
kämpft er von Montag bis Samstag mit überbackenen
Melanzani-Reis-Tortillas, gegrillten Wallnuss-Tofu oder falschem
Hacksteak aus Seitan-Getreide in seiner Küche an. Und noch
ein Vorurteil macht Hannes Braun Kochlöffel schwingend
zunichte: Nämlich jenes, dass Bio-Kost zu teuer sei. "Ein
gesundes Essen sollt für jedermann leistbar sein", sagt
Braun und setzt nach den Worten auch Taten bei den Preisen auf
der Speisekarte. Zwischen sieben und zehn Euro sind für eine
Hauptspeise im p'aa zu zahlen - das gute Gewissen ist
inklusive.
Für die weniger begnadeten Heimwerker unter den Köchen
plant Hannes Braun einen vegetarischen Koch-Workshop, bei dem er
aus seiner Gemüse-Trickkiste plaudern wird. Infos im
Restaurant p'aa, Tel. (0732) 776461.
Anne-Maria Neubauer
Donauwellen
(Oberösterreich-Krone 05 01
2003)
Trend: Das innovativste Restaurant für vegetarische Speisen Oberösterreichs, das "P´aa", findet sich in der Linzer Altstadt. In der Küche werden vorwiegend biologische Produkte verwendet. Vom coolen Interieur her würde es auch nach New York passen. Ein Volltreffer auch die legere Lounge mit dazupassender Musik. Mittwoch bis Samstag sollte reserviert werden.
p´aa - "dorthin"
(Mitarbeiterzeitung Arcotel
Nike)
fast liebevoll wird dieses tibetische
wort in linz ausgesprochen. wer hätte das gedacht, mitten in
der hektischen stahlstadt eine oase. ein platz zum innehalten,
zum seele baumeln lassen. ein kleiner, ganz besonderer schatz
für mittlerweile mehr leute als das p´aa fassen kann,
darum geht ohne reservierung fast gar nichts mehr.
das p´aa ist noch nicht einmal 1 jahr alt und besitzt
bereits kultstatus in jeder hinsicht. die (vegetarischen)
kreationen, die unter der kulinarischen fuchtel von hannes braun
die küche verlassen, sind einzigartig in österreich.
dazu kommt marco sanders unvergleichliche getränkekarte mit
einer perfekt gestylten weinauswahl, und softdrinks die es
wirklich nur im p´aa gibt. fast täglich
überraschen die beiden ihr publikum mit immer neuen
kompositionen, nichts krampfhaft neues, trotzdem oder gerade
deswegen alles wundervoll mundend und anregend. ein absoluter
glücksfall, dass sich 2 so ausserordentlich kreative geister
in ein und das selbe lokal verirrt haben und dort um die wette
kreieren.
geniessen kann man das alles in einem ambiente, das genausogut
nach new york passen würde. puristische innenarchitektur,
beinahe zenartig mutet das lokal mit der lounge an, jedoch
niemals ins dogmatische abdriftend und immer mit einen gut
dosierten schuss coolness und eleganz.
wer mehr über die vegetarische hochburg österreichs
wissen möchte, kann das p´aa im internet besuchen. die
homepage ist p´aa_ntastisch und unbedingt einen besuch
wert.
geöffnet hat das p´aa von mo-sa 11:30 bis 14:30 und
17:30 bis 00:00 reservierungen telefonisch unter 070 776461 oder
service@paa.cx
Restaurant Paa
Das Restaurant Paa geniesst seit seiner Eröffnung Kultstatus. Das innovative Restaurant für vegetarische Speisen befindet sich in der Linzer Altstadt.
Gesund genießen – bei Besitzer Hannes Braun kann man sich sicher sein, dass das Essen leicht und lecker ist. Vom coolen Interieur her würde das Paa auch nach New York passen. Mit Preisen zwischen sieben und zehn Euro für eine Hauptspeise räumt er auch mit dem Vorurteil auf – dass Bio-Kost teuer ist.
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