"transpublic" lädt zum vegetarischen Schmausen ins Schaufenster
(OÖ-Nachrichten Leben Heute, 16 03 2001)

Frage: Wie heißt man eine "werksküche", in der nur zwei Mal im Monat gekocht wird und die sich nicht als gastronomisches Unternehmen sieht? Richtig: ein Kunstprojekt - und zwar ein äußerst g'schmackiges.

Am Alten Markt in Linz, Hahnengasse 3: Hinter einem ehemaligen Schaufenster, quasi in der Auslage an einem langen Tisch sitzend, delektieren sich etwa zwanzig Personen an vegetarischen Genüssen. Johannes Braun hat aufgekocht.
Der für seine ausgezeichneten fleischlosen Gerichte bekannte Ex-Küchenchef des "Paradiso" bietet heute Rote-Rüben-Suppe an, Grünkernchili mit handgewuzelten Erdäpfelnudeln vom Grill und hausgemachtes Rotkraut, Salat und Kompott.

Migranten zahlen weniger.

Alle Zutaten stammen aus kontrolliert-biologischem Anbau. Dazu werden preisgünstige Bio-Weine aus dem Grünen Zweig kredenzt, durchaus nicht von schlechten Winzern: Der Zweigelt kommt von M. & I. Allacher aus Gols, der Welschriesling von Weinbau Schleinzer aus Unterretzbach.
Pauschalpreis inklusive Getränke S 120,- mittags, 12 bis 14 Uhr, und S 200,- abends, 18 bis 21 Uhr. Studenten und Migranten zahlen weniger.
"transpublic - Raum für erweiterte Kunst und Theorieaustausch" zeichnet für das kulina- risch untermauerte Kommunikationsprojekt verantwortlich (www.transpublic.at).
Hans Kropshofer, Kopf von "transpublic", erklärt den Sinn der "werksküche": "Kochen wirkt als Mittler für Menschen. Dabei trifft man sich, tauscht Ideen und Informa- tionen aus. Uns geht es um soziale Intervention, um Milieuaustausch, abseits vom Aus- stellungsgetriebe und von Künstlercliquen."
50 Leute nehmen an diesem Tag das kulinarische Angebot zu Mittag und am Abend wahr. Nach dem Essen wird über geplante oder bloß angedachte (Kunst)Projekte ernst bis un- ernst geplaudert ("Wer macht bei der ersten Europameisterschaft im Anmäuerln mit?"), es wird in Magazinen geblättert oder über Kulinarisches geredet.
Koch Braun findet:
"Es ist kein Problem, Fleisch in der Küche so zu ersetzen, dass man es nicht merkt."
Und seine Rechte greift ins Körndlschüsserl, wo mit Zucker glasierter Bockshornklee, gemischt mit Fenchel-, Anis-, Kümmel- und Senfsamen liegt. "Zur Verdauung, zum Magen einrenken", sagt er.
Die fixen Programmpunkte im "offenen Raum" von "transpublic" sind die erwähnte "werksküche" und die "public lounge". Bei Letzterer geht es schlicht ums Zamsitzen - ohne Küche -, ums Stöbern in Magazinen, Büchern, um Kunst-, Buch- und Video-Präsentationen oder Konzerte. Heute ab 19 Uhr und morgen ab 13 Uhr wird etwa das Thema "Gender Technologien - Juggling Sex" (Geschlechtsveränderung etc., Anm.) in Vorträgen und Diskussionen behandelt, ein Symposion von "Die Fakultaet - Frauen aus Kultur und ähnlichenTätigkeitsbereichen."
Ein durchaus zufriedenstellendes Fazit des ersten Öffnungstages der "werksküche im transpublic" zieht jedenfalls Koch Braun: "Sie haben alles aufgegessen." (but) Aufgekocht wird im "transpublic" wieder am 21. 3., 4. 4. und 18. 4.
Die "public lounge" hat geöffnet am 28. 3., 11. 4. und 25. 4. jeweils von 11 bis 22 Uhr.

Odysseus lockte Prominenz
(Neue Kronen Zeitung, 21 08 2001)

Curd Jürgens-Witwe Margie, Will Mason, Uta Scherb ...
Margie Jürgens beklatschte Opernfest in Wilhering: Monteverdis "Heimkehr des Odysseus" bleibt auch nach 360 Jahren ein Highlight.

Henry und Will Mason inszenierten im Meierhof zu Wilhering die zauberhafte Oper und die Prominenz reiste von weit an.
Beim Pausengeplauder mit vegetarischen Spezialitäten, die der Linzer Paradiso-Chef Johannes Braun auftischte, gesehen unter anderem Margie Jürgens, Unternehmens-Chefin Uta Scherb, die Kärntner Industriellen Lisl und Dolfi Funder, TW1 Business- Austria-Chefin Lilly Berger und der Linzer Starcouturier Gottfried Birklbauer. Dieser ist übrigens im Stress - findet doch am 21. September im Linzer Brucknerhaus seine große Modegala statt.